Aktuelles

 

 

Das Präsidium der ÖGMw hat anlässlich der jüngsten besorgniserregenden Ereignisse rund um die Förderrichtlinien des Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank beschlossen, eine vom Verband der Wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs initiierte Protestnote zu unterstützen. Das Schreiben wurde den Repräsentanten der Österreichischen Nationalbank per Email persönlich zugestellt sowie Mittwoch 13.11.2019 am Nachmittag in der Online Version der PRESSE veröffentlicht.

Download Protestnote

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Ab 2019 werden Ladungen und Protokolle der Generalversammlungen sowie die Informationen zur Entrichtung der Mitgliedsbeiträge per E-Mail versandt. Bitte überprüfen Sie, ob Sie der ÖGMw Ihre aktuelle E-Mail-Adresse bekannt gegeben haben!

 

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Jahrestagung 2019

"Austrian Music Studies: Gegenstand – Perspektiven – Konzepte"

Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Musikwissenschaft

 

Innsbruck, Haus der Musik 4.–7. Dezember 2019

Organisation und Konzeption: Institut für Musikwissenschaft der Universität Innsbruck in Kooperation mit dem Doktoratskolleg „Austrian Studies“ der Universität Innsbruck

 

Österreich ist ein mehrfach politisch, kulturell und historisch aufgeladener Begriff. Semantisch an der Schnittstelle zwischen Habsburgermonarchie und Republik angesiedelt, ist er in jeder historischen Phase auf tiefgreifende Weise zwiespältig. In der Neuzeit löste er sich bald von der ursprünglich topographischen Bestimmung und erhielt eine umfassendere Bedeutung. Seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert wuchs die Spannung zwischen heterogenen Herrschaftsgebieten, Mehrsprachigkeit sowie kulturellen und konfessionellen Differenzen einerseits und zentralistischen Bestrebungen andererseits. Dazu kamen im 19. Jahrhundert nationale Identitätsentwürfe, die dem Vielvölkerstaat entgegentraten und diesen destabilisierten. In der im Vergleich zur Monarchie territorial stark reduzierten Republik manifestierte sich das Bedürfnis einer Selbstbestimmung im Verlauf des hundertjährigen Bestehens in unterschiedlichen Intensitäten und Formen, und zwar von der völligen Aufgabe einer eigenständigen österreichischen zu Gunsten der Idee einer deutschen (Kultur-)Nation bis hin zur bewussten Abgrenzung von Deutschland. Dem durch die Nazis vollzogenen Anschluss hängen heute noch bestimmte politische Lager an. Die Produktion, Rezeption und Pflege von Musik nahm lebhaft an diesen hier nur grob skizzierten Prozessen teil: wurde von diesen mitbestimmt, trug aber andererseits auch bei, diese Prozesse mitzugestalten.

Bei einer solchen herausfordernden Mehrschichtigkeit, Mehrdeutigkeit und Widersprüchlichkeit des Österreich-Begriffs wundert es keineswegs, dass sich im europäischen und angloamerikanischen Raum ein florierendes Forschungsfeld der „Austrian Studies“ bzw. „Austrian Music Studies“ etabliert hat. Eine solche Bezeichnung erscheint auch als Untertitel der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Musikwissenschaft (ÖGMw), „Musicologica Austriaca“ – mittlerweile ein online peer reviewed journal.

In der vom Institut für Musikwissenschaft der Universität Innsbruck organisierten, diesjährigen Jahrestagung der ÖGMw geht es um die musikwissenschaftlichen Dimensionen des (Über)Nationalen, des Post- und Neokolonialen sowie um die Kritik dieser Dimensionen. Musikbezogene Identitätsdiskurse genauso wie durch Musik performativ hervorgebrachte kollektive Identitäten, Fragen des kulturellen Transfers in- und außerhalb des österreichischen Raums, Verflechtungen und Abgrenzungen sollen in der Tagung Gegenstand der Analyse sein. Willkommen sind Vorschläge aus allen Subdisziplinen der Musikwissenschaft, die diese Fragen durch die Verbindung von theoretischer Reflexion und Fallstudie untersuchen.

Konferenzsprachen: Deutsch und Englisch. Weitere Sprachen nach vorheriger Absprache

 

Vorläufiges Programm auf der Seite des Instituts für Musikwissenschaft der Unversität Innsbruck

 

Im Rahmen der Jahrestagung findet das Symposium der "Jungen Musikwissenschaft" statt.