Ombudsstelle Sexuelle Übergriffe

Gegen sexuellen Missbrauch und Erniedrigung im wissenschaftlichen Bereich

Ombudsstelle der Österreichischen Gesellschaft für Musikwissenschaft

Sexueller Missbrauch und sexuell konnotierte Erniedrigungen, oft gepaart mit Machtmissbrauch, treten auch im 21. Jahrhundert an wissenschaftlichen und künstlerischen Institutionen immer wieder auf – zum Glück zwar selten in Form schwerer, strafrechtlich relevanter Übergriffe, doch häufiger in nicht minder verletzenden Anzüglichkeiten oder Erniedrigungen. Die ÖGMw positioniert sich explizit gegen alle Übergriffe dieser Art. Wir verstehen uns als Gemeinschaft von Wissenschaftler*innen, die sexuelle Übergriffe und sexualisierte verbale Gewalt als intolerabel ablehnt und für einen wertschätzenden Umgang miteinander einsteht. Wir bieten Kolleg*innen und Studierenden im Feld und Umfeld der Musikwissenschaften die Möglichkeit einer streng vertraulichen Gesprächsbasis, um Vorgänge, die sie als verletzend wahrgenommen haben, mitteilen zu können. Des Weiteren bietet die Ombudsstelle Unterstützung zur Lösung von Fällen sexueller Übergriffe an und sie fördert Bewusstseinsbildung und Information über, und die Prävention von sexueller Gewalt in der österreichischen musikwissenschaftlichen Gemeinschaft.

Positionspapier „Die Ambivalenz sexualisierter Übergriffe“


Koordination und Ansprechpersonen:
Elisabeth Hilscher, Österreichische Akademie der Wissenschaften  
Bernd Brabec de Mori, Universität Innsbruck  


Anprechpartner*innen vor Ort:
Carlo Bosi, Universität Salzburg  
Anja Brunner, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien  
Cornelia Gruber, Universität Wien  
Elisabeth Kappel, Kunstuniversität Graz  
Andrea Lindmayr-Brandl, Universität Salzburg  
Milijana Pavlović, Universität Innsbruck  
Carolin Stahrenberg, Anton Bruckner Universität Linz  
Günter Stummvoll, Donau-Universität Krems  
Alexander Wilfing, Österreichische Akademie der Wissenschaften  

 

Was wir anbieten:

  1. Bewusstseinsbildung: Präventionsarbeit, damit Übergriffe möglichst gar nicht passieren; regelmäßige Veranstaltungen, insbesondere Workshops mit externen Expert*innen, zur Bewusstseinsbildung und Weiterbildung in der Bekämpfung sexueller Gewalt im wissenschaftlichen Kontext. Wie etabliere ich Ethik und Wertschätzung in meinem täglichen Umfeld? Wie lernt man klare Positionen zu beziehen, für sich selbst, aber auch andere, Grenzen zu ziehen? Wo liegt die Grenze zwischen Prävention und unhaltbarer Anschuldigung?
  2. Ein Peers-System wurde an möglichst vielen Standorten musikwissenschaftlicher Institute und Einrichtungen (siehe Liste oben) eingerichtet, um rasch vor Ort handeln und unterstützen zu können. An allen genannten Institutionen stehen Ansprechpartner*innen zur Verfügung, die per Email, telefonisch oder in personam kontaktiert werden können und für vertrauliche Gespräche einstehen. Sie können bei Bedarf auch weitere Schritte einleiten.
  3. Eine streng vertrauliche Gesprächsbasis für Betroffene: Die Ansprechpartner*innen (siehe Liste oben) können anonym und unverbindlich kontaktiert werden. Es entsteht keinerlei Verpflichtung oder Druck durch die Kontaktnahme. Gespräche sind vor allem auch möglich, wenn man selbst unsicher ist, ob ein Fehlverhalten vorliegt – weil man etwa selbst betroffen ist oder glaubt, solches bei anderen bemerkt zu haben.
  4. Anonymisierte Dokumentation aller an uns herangetragener Vorfälle zur (Selbst-)Kontrolle, wie auch um Problemfelder rascher erkennen zu können. Die Dokumentation ermöglicht ein vorläufiges Monitoring der Situation in Österreich.
  5. Kontakte vermitteln zu Institutionen, bei denen man Hilfe und Unterstützung bekommen kann, an den jeweiligen Universitäten und insbesondere zu Beratungsstellen im psychosozialen wie auch juristischen Bereich (Dazu wird eine Link-Liste auf der Website der ÖGMw eingerichtet).
  6. Opfer unterstützend begleiten, die einen Vorfall zur Anzeige oder an die Öffentlichkeit bringen – Unterstützung im Sinne klarer Verurteilungen und öffentlicher Aussagen, etwa „wir sind für Transparenz“. Eingeschulte Peers können zur Polizei, zu Anwälten und anderen Stellen mitgehen, zur mentalen Stütze, Begleitung und Beratung.